Tuesday, June 01, 2010

Festival-ABC

Schon bald geht’s los mit den Festivals – Wacken, Way of Darkness, Sonisphere…

Ich freue mich. Und damit ihr euch auch freuen könnt, schreiben ich ein kleines Festival ABC. Selbstverständlich ist dieses ABC nur auf Metal-Festivals anwendbar.

A wie Alkohol

Viele Leute behaupten dass man es ohne Alkohol genau so lustig haben kann wie mit.
Dieser Gedanke ist zwar verständlich, aber Grundfalsch. Nichts ist witziger als ein alkoholisierter Festivalbesucher der völlig desorientiert durch die Zelte stolpert. Zumindest für die Zuschauer. Ausserdem schafft Alkohol soziale Kontakte. Man lernt auf keine andere so viele (und lustige) Leute kennen.


B wie Brechreiz

Der gute alte Brechreiz dürfte allen Festivalbesuchern bekannt sein. Viel zu sagen gibt’s dazu auch gar nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Brechreiz loszuwerden.

1. Man säuft solange weiter bis man kotzen muss -> Brechreiz weg
2. Man mosht solange bis man den ganzen Alkohol ausgeschwitzt hat. Kotzen muss man danach wohl trotzdem.


C wie Cannibal Corpse T-Shirts

Kuck euch alle CC-Shirts an und prägt euch die Front- und Backprints ein, den ihr werden massig Typen begegnen, die welche tragen. Vor allem das "KILL" Shirt ist seeeehr beliebt. Wenn ihr also beim T-Shirt Quiz aufm Weg vom Zelt zur Bühne nicht komplett untergehen wollt, lernt die CC Motive.


D wie Dehydration

Austrocknung, ein ernstes Thema. Natürlich seid ihr nur richtig Trve, wenn ihr NUR Alkohol trinkt und zwar NUR aus eurem Trinkhorn. Spass bei Seite – wer an einem Sommernachmittag mosht und dann den Bierstand ansteuert hat was nicht verstanden. Alkohol entzieht eurem Körper Flüssigkeit. In regelmässigen Abständen MÜSST ihr eurem geschundenen Körper etwas Wasser gönnen, sonst ist früher als euch lieb ist Schicht im Schacht.


E wie Erholung

Die Möglichkeit zur Erholung ist an einem Festival NICHT VORHANDEN. Unerfahrene Festival-Besucher sollten nach dem Festival genügen Freitage einplanen, um wieder auf die Beine zu kommen. Glaubt mir.


F wie Ficken

Nun ja, was soll ich dazu sagen? Wenn ihr Single seid könnt ihr euch so richtig ausleben. Wenn nicht last ihr das gefälligst! Und immer dran denken – NIE OHNE!! Und zwar Kondome und Alkohol. Das eine erspart euch böse Krankheiten, das andere böse Erinnerungen.


G wie Geld

Geld ist essenziel für jedes Festival. Hier gilt: Zu viel gibt’s nicht. Also doch, gibt’s natürlich schon. Muss keiner mit 1000 Euros für 3 Tage andackeln. Aber könnt schon grosszügig rechnen. Denn nichts ist schlimmer als wenn euch das Geld ausgeht. Geld leihen ist immer heikel. Also lasst euch nie von einem Marduk-Fan einen Kredit geben. Und leiht selber auch kein Geld aus. Lass euch wenn schon auf Tauschgeschäfte ein – Ich habs letztes Jahr vorgemacht.


H wie Hygiene

Hygiene wird ja komplett überschätzt. Hier mal neue Short, da eventuell mal n Paar neue Socken, und wenn man schon bis zum Nachbarszelt stinkt bisschen Deo oder in Ausnahmefällen ein neues T-Shirt. Aber das wars dann auch schon. Wenns warm regnet mal rausstellen, und gut ist. Einfach so viel wie möglich Oben ohne rumlaufen, das lüftet ganz gut durch.


I wie Infektion

Infektionen sind böse – und es kann durchaus passieren dass ihr an einem Festival eine Wunde davon tragt. Um eine üble Infektion zu verhindern, sofort desinfizieren, am besten mit Bier. Das hilft. Schön den Dreck raus spülen und weiter geht’s!


J wie Jonglieren

Es gibt Leute die jonglieren können, und Leute die NICHT jonglieren können. Wenn ihr zur zweiten Gruppe gehört, DANN LASST ES EINFACH! Nichts ist kläglicher als die Möchtegern "Ich kann jonglieren"-Typen die an jedem 2. Zelt sitzen und versuchen so ihrem Umfeld zu imponieren – PFUI!!


K wie Kacken

Kacken ist ein wichtiger Bestandteil jedes Festivals, denn alles (und zwar wirklich ALLES) was ihr in den Tagen so in euch reinstopft will, muss und kommt da auch wieder raus. Ihr tut euch selbst einen gefallen wenn ihr euch gleich zu Beginn erkundigt, wo die unpopulärsten Dixies stehen. Auch immer etwas Kleingeld in der Tasche haben um sich den Zugang zu den kostenpflichtigen (aber sauberen) Klos frei zu halten. Guter Tipp: Kackt am Morgen direkt nach der Reinigung der Dixies.


L wie Leidenschaft

Darum geht’s an einem Festival. Leidenschaft. Die Leidenschaft für die Musik führt uns zusammen, lässt uns zusammen feiern, singen, moshen, schlafen. Vergesst das NIE!
Metal!


M wie Masterplan

Versucht erst gar nicht euren Festival-Aufenthalt zu planen. Es klappt ja doch nicht! Hin- und Rückreise dürfen und sollten auch geplant werden. Alles andere nehmt ihr einfach so wie's grad kommt. Das wird immer am besten, ganz bestimmt. Wenn ich von Boys on Pills zitieren darf: "Ke Masterplan, es chunt wie's chunt… Und so wie's chunt chunts guet!"


N wie Nackt (zumindest teilweise)

Lauft so oft wie möglich so nackt wie möglich rum. Das lüftet euch immer schön durch, gibt eine gesunde Farbe (Sonnencreme NICHT VERGESSEN!!!) und wenn's regnet habt ihr eine äusserst angenehme Naturdusche. Also weg mit den Kleidern! Ohne einen echten "Bärry" (Mann mit Brust- und Rückenpelz) ist kein Festival komplett!


O wie Ohrenstöpsel

Sag mal hackts? Wer an einem Festival mit Ohren stöpseln angedackelt kommt, kann gleich wieder nach Hause fahren (ausser natürlich es ist notwendig, zb bei fast tauben Menschen die nicht ganz taub werden wollen). Für alle anderen ist es ein absolutes NO GO! Der herrliche Klang der Frischluft-Livemusik soll und darf nicht von Ohrenstöpseln gedämpft werden.


P wie Panik

Wenn ihr bei einem Headliner in der Menschenmasse steckt und euch nicht mehr bewegen könnt, geratet nicht in Panik. Panik ist HASS bzw. GIFT. Immer ruhig bleiben. Auch wenn ein ganzer Haufen auf euch drauf fällt – einfach ruhig bleiben und bisschen Platz zum atmen schaffen. Es ist im Interesse ALLER Besucher dass niemand verletzt wird. Mässen lösen sich immer von alleine auf, und alle sind hilfsbereit. Panische Menschen erschweren alles nur. Also don't panic!


Q wie Queens

Frauen sind Königinnen – also behandelt sie auch so. Besonders an den Konzerten. Lasst sie vor, nehmt sie auf die Schulter, und schirmt sie von dem Moshpits ab. Bis auf einige Extrembeispiele (na, Sarah?^^) mögen es Frauen nicht wenn sie brutal weggefetzt werden.


R wie René Cooper

Ich bin der grösste, immer und überall. Klar soweit?


S wie Sex & Saufen

Sie Alkohol resp. Ficken


T wie Teller

Also Essen ist natürlich wichtig, aber Teller sind komplett überbewertet. Besteck im Allgemeinen. Eine Gabel geht grad noch so, alles andere ist nicht von Nöten. Toastbrotscheiben eignen sich ganz hervorragend als Teller zum Beispiel. Essbares Besteck ist sowieso optimal, dann gibt’s nichts aufzuräumen und keinen Müll of Death…


U wie Untereinander

Ihr sitzt an einem Festival mehrere Tage mit denselben Leuten zusammen, da ist es ESSENZIELL dass man sich verträgt. Also schraubt eure Toleranzgrenze mächtig nach oben, um Streit zu verhindern. Will keiner, braucht keiner, also lässt man es am besten.


V wie verschiedene T-Shirts

Viele Leute denken sich sie könnten das Festival nutzen um Ihre ach so tollen Bandshirts zu präsentieren. Vergesst es. Ihr zieht sowieso nix neues an. 1 Shirt pro 3 Tage ist vollkommen ausreichend. Alles andere ist reine Verschwendung von Stauraum, denn man für viel bessere Dinge nutzen könnte. Alkohol zum Beispiel.


W wie Wasser

SEHR WICHTIG!!! Sie Dehydration


X wie Xenon

Wenn ihr in den nächtlichen Dunkelstunden richtig feiern wollt braucht ihr Licht. Xenon-Taschenlampen leuchten wie Schmitzkatze, sehr empfehlenswert. Wenn dunkel bleibt ists auch witzig, ihr eure Hinfall-Quote wird sich aber um geschätzte 120% erhöhen.


Y wie Yippie Yippie yeah, Krawall und Remi Demi

Genau darum geht’s. Keine Grenzen, keine Tabus. So richtig die Sau raus lassen. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.


Z wie Zelt

Wo zum Teufel ist mein Zelt? Dieser Satz dürfte jedem ernstzunehmenden Festivalbesucher schon des Öfteren über die Lippen gekommen sein. Wenn ihr euer Zelt mal nicht mehr findet- keine Panik. Ihr habt euch bestimmt diverse Wegpunkte gemerkt. Die werden häufig im Unterbewusstsein gespeichert. Viel Alkoholkonsum hilft beim erinnern in der Regel. Versucht auch nicht alleine unterwegs zu sein. In der Gruppe findet sich ein Zelt viel einfacher.
Wenn gar nicht mehr geht könnt ich euch bei einem fremden Zelt dazulegen. Die meisten sind da sehr offen (in allen nur möglichen Bedeutungen des Wortes). Ich würde mich aber von Black- und Pagan Metal Zelten fernhalten – glaubt mir einfach.