Jazz isst anders
Album
2007
Schimmelblau
Lied vom Scheiterhaufen (Hymne vom Grillen)
Satt
Lass sie essen
Der ewige Maître
Küchenjunge
Nur einen Schuss (Tabasco kill kill kill!)
Durch (Warum kann es nicht durch sein)
Völlerei
Licht (im Innern des Kühlschrank?)
Leckerer Liebesknochen
Tellerwaschen (wäre mir zu anstrengend)
Allein (Ballade vom Messer ohne Gabel)
Iss das nicht!
Lecker like hell
Alle ist alle
Eigentlich wollten wir uns nach "Geschmack" und "Das Pferd, das sie Koch nannten" mal auf unseren Lorbeeren ausruhen, ein bisschen Urlaub machen, Edelitaliener aufsuchen, Sterne-Restaurants in Berlin-Mitte eröffnen und vielleicht auch eine Fast-Food-Kette für Models ...
... und eigentlich wollten wir vor der "Es wird gar."-Tour im Herbst 07 nur kurz ins Kochstudio gehen, um 4 oder 5 Leckerlis zu kreieren.
Eigentlich …
Aber es kam alles ganz anders.
Das Thema (the Leitmotiv) für die geplanten Aufnahmen war klar: Lecker essen, Küchenbetrieb und Haare in der Suppe. Schnell stellte sich heraus, dass es darüber viel mehr zu sagen und zu singen gibt – und so entstand nach und nach statt des geplanten Imbisses ein komplettes Gänge-Menü mit 16 Liedern und Appetithäppchen über "Jazz isst anders".
Schon die Titelauswahl deutet an, dass wir früher oder später um einen längeren Aufenthalt bei den Weight Watchers nicht herumkommen werden: "Schimmelblau", "Satt", Lass sie essen", "Der ewige Maître", "Durch (Warum kann es nicht durch sein)", "Völlerei" und so weiter.
Auch das "Tellerwaschen", eine der großen Geißeln der Menschheit, wird von allen Seiten beleuchtet, der "Küchenjunge" als soziales Phänomen untersucht und die Klassiker kommen natürlich auch nicht zu kurz: "Lecker like hell" aus dem gefürchteten Gault Millau-Musical "A Star Is Born" wird nasagenwirmal angerichtet und die klassische Weise "Leckerer Liebesknochen" passte auch zum Thema.
"Licht (im Innern des Kühlschrank?)" setzt sich mit einem bekannten Küchensyndrom auseinander (wer weiß schon, was dort passiert, wenn die Tür zu ist).
Ungewohnte Klänge gibts bei "Allein (Ballade vom Messer ohne Gabel)": Farian versucht sich an einer Gabelzinken-Zahntrommel (und scheitert leider kläglich).
Als wir nach 156 Tagen mit den Aufnahmen fertig waren, wurde uns klar, dass wir
a) das schönste deutsche Rezeptalbum nach "Le Rezeptur" aufgenommen haben.
b) mit "Jazz isst anders" unsere bisher beste heiße Platte abliefern und
c) nicht ganz koscher sein können.
Insgesamt ist "Jazz isst anders" nochmal deutlich leckerer ausgefallen als sein Vorgänger "Geschmack", was unter anderem daran liegt, dass für Nachwürzen oder Neubestellungen gar keine Zeit war. Alles ist im unbehandelten Zustand und roh verarbeitet worden (Probiertip: "Nur einen Schuss (Tabasco kill kill kill!)") schmeckt aber natürlich total super und eben auch sehr gut! (Probiertip für schöne Stunden beim Italiener um die Ecke: "Iss das nicht!")
"Jazz isst anders" ist eine Platte, die man gut beim Menü-Planen, Gäste-Einladen, Zutaten-Einkaufen, Gemüse-Putzen, Tisch-Dekorieren, Kochen und Essen hören kann. Sie passt aber auch gut in die moderne Convenience-Küche, in Dönerbuden und Steakhäuser.
Die Köche „Jazz isst anders“, Hot Kitchen Records, VÖ 02.11.2007
Ihr versteht nur Bahnhof? Macht nix... :-)
PdL