Thursday, May 28, 2009

Kuh

Ich lief nach Hause, entlang einer Weide,

Voller Kühe war sie, sie lagen da faul,

Schwarz wie Pech und weiss wie Kreide,

starren mich an, mit Grassfetzen im Maul.



Ich denke mir: Ich wäre auch gerne eine Kuh.

Keine Sorgen, keine Arbeit, nur ein Muh.

Muss nicht zur Arbeit, nicht zur Schule,

brauche weder Jacke, Hose noch Schuhe.



Doch asbald kommen Zweifel, viele Fragen,

denken Kühe, fantasieren gar, haben sie Träume?

Haben auch sie Sorgen, schwere Kreuze zu tragen?

Oder leben sie doch nur vor sich hin, hirntot wie Bäume?



Du, Stier, bist aber hübsch, mit dir möchte ich Leben,

Auf und davon, auf eine saftige grüne Weide, nur ich und du,

Weg von Bauern, die mir Milch stehlen und nichts dafür geben,

Das klingt jetzt komisch, aber sind das die Gedanken einer Kuh?



Ich weiss es nicht, ich kann nur spekulieren,

Möchte es aber eben doch nicht ausprobieren,

ja ich trau mich nicht, lebe gerne wie bisher,

Gestaltenwandlung wäre einfach nicht fair.

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